JENTIS vs. Stape: Welche Server-Side Tracking Lösung

JENTIS vs. Stape: Welche Server-Side Tracking Lösung ist die richtige?


TL;DR: Schnelle Entscheidungshilfe

Wählen Sie JENTIS, wenn: Sie ein DSGVO-sensibles Unternehmen in der DACH-Region sind, österreichische Rechtsprechung bevorzugen, maximale Datensouveränität benötigen und Budget für eine Premium-Lösung haben. Typische Anwendungsfälle: Gesundheitswesen, Finanzdienstleister, öffentliche Institutionen und Enterprise-Konzerne mit strengen Compliance-Vorgaben.

Wählen Sie Stape, wenn: Sie GTM-Kenntnisse besitzen, eine kosteneffiziente Lösung suchen, technisch flexibel bleiben wollen und Ihre Datenschutzanforderungen mit Standard-SST-Maßnahmen erfüllbar sind. Ideal für E-Commerce, SaaS-Unternehmen und Agenturen mit bestehendem Tag-Management-Know-how.

Der Kernunterschied: JENTIS positioniert sich als vollwertige Data Supply Chain Platform mit DSGVO-First-Ansatz und EU-Hosting. Stape ist ein schlankes, günstiges — wie auch beim Heatmap Tool Vergleich SST-Tool für GTM-Power-User – mehr zur Funktionsweise von Server-Side Tagging.


Was ist Server Side Tracking? (Kurze Grundlagen)

Server Side Tracking (SST) verlagert die Datenerfassung vom Browser des Nutzers auf einen Server. Statt Cookies direkt im Client zu setzen, sendet Ihre Website Daten an einen eigenen Server, der — wie auch beim Cookieless Tracking dann die Kommunikation mit Analyse-Tools wie Google Analytics, Meta oder TikTok übernimmt. Weitere Informationen zum Server-Side Tracking findest du in unserem Bot-Traffic mit Server-Side GTM filtern: Sauberere Analyt.

Die Vorteile im Detail: Weitere Informationen zum Server-Side Tracking findest du in unserem Matomo Server Side Tracking: DSGVO-konform ohne Consent-B.

  • Höhere Datenqualität durch Blockier-Umgehung: Ad-Blocker und Browser-Einschränkungen wie Intelligent Tracking Prevention (ITP) von Safari oder Enhanced Tracking Protection (ETP) von Firefox blockieren klassisches Client-Side Tracking. SST umgeht diese Barrieren, da die Daten vom Server und nicht vom Browser gesendet werden.
  • Volle Kontrolle über gesendete Daten: Sie entscheiden, welche Daten an welche Drittanbieter weitergeleitet werden. PII (Personally Identifiable Information) kann vor der Weitergabe gefiltert oder pseudonymisiert werden.
  • DSGVO-konforme Datenverarbeitung möglich: Durch die zentrale Kontrolle lassen sich Consent-Entscheidungen serverseitig durchsetzen – unabhängig von Client-Seite Einschränkungen.
  • Längere Cookie-Laufzeiten: First-Party-Cookies, die vom Server gesetzt werden, unterliegen nicht den gleichen Einschränkungen wie Third-Party-Cookies und haben längere Lebensdauer.

Für detaillierte Grundlagen besuchen Sie unseren Überblick zu Server Side Tracking.

Für wen ist SST relevant? Unternehmen mit signifikantem Datenverlust durch Ad-Blocker (typischerweise 10-30% der Tracking-Daten), solche mit hohen Ad-Spend-Budgets, die präzise Conversion-Attribution benötigen, oder GTM vs. Tealium vs. Jentis Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen. Besonders betroffen sind E-Commerce-Händler mit Performance-Marketing-Kampagnen, SaaS-Unternehmen mit Trial-to-Paid-Funnels und Publisherg mit hohem Safari-Traffic-Anteil.


JENTIS vs. Stape: Direkter Feature-Vergleich

KriteriumJENTISStape
UnternehmenssitzÖsterreich (Wien)International (EU-Repräsentanz vorhanden)
Hosting-LocationEU (Österreich/Deutschland)Wahlweise EU/US
DSGVO-FokusSehr hoch – KernpositionierungMittel – möglich, nicht Fokus
PreismodellPremium (Custom Pricing)Günstig (ab ~40€/Monat)
Setup-KomplexitätMittel bis hochNiedrig bis mittel
GTM-IntegrationEigene JENTIS Tag ManagersGTM (Google Tag Manager Server)
SupportDeutschsprachig, Enterprise-LevelEnglisch, Community-basiert
DatensouveränitätData Ownership PlatformStandard SST
ZertifizierungenISO 27001Standard Cloud-Provider
Rechtlicher RahmenÖsterreichisches Recht, EU-DSGVONach Server-Standort variierend

### Architektur-Unterschiede

JENTIS nutzt eine eigene Tag-Management-Architektur mit „Virtual Tags“ und einem Data Layer, der speziell für DSGVO-Compliance entwickelt wurde. Die Plattform fungiert als zentrale Data Supply Chain – nicht nur als SST-Proxy. Daten werden erfasst, validiert, angereichert und dann an Ziele weitergeleitet. JENTIS bietet zudem eine Data Ownership Platform, die Unternehmen ermöglicht, ihre Daten langfristig zu speichern und für weitere Use Cases wie CDP-Funktionalitäten zu nutzen.

Stape baut auf dem Google Tag Manager Server (sGTM) auf. Dazu haben wir einen ausführlichen Beitrag zum Piwik Pro via Server-Side GTM verfasst. Sie mieten im Wesentlichen eine verwaltete sGTM-Instanz mit vorkonfigurierten Tags und Cloud-Hosting. Wie sGTM funktioniert, erklären wir in unserem dedicated Guide. Die Architektur ist schlanker: Daten werden vom Client an den Stape-Server gesendet und von dort an konfigurierte Tags weitergeleitet. Die Konfiguration erfolgt über die gewohnte GTM-Oberfläche.

Integrationen und Tags

JENTIS bietet vorgefertigte Integrationen für gängige Tools wie Google Analytics 4, Meta Pixel, TikTok, Pinterest, LinkedIn Insights und weitere. Die „Virtual Tags“ abstrahieren die Komplexität und ermöglichen marketing-freundliche Konfiguration ohne tiefes technisches Verständnis.

Stape nutzt das sGTM-Ökosystem mit einer wachsenden Bibliothek an Community-Templates. Für gängige Plattformen wie GA4, Meta Conversions API oder TikTok Events API gibt es vorkonfigurierte Tags. Bei spezielleren Anforderungen können Sie eigene Templates erstellen oder bestehende anpassen.


DSGVO-Konformität und Datenschutz im Detail

JENTIS: DSGVO-First von Grund auf

JENTIS wurde explizit für den europäischen Markt entwickelt. Der Sitz in Österreich bedeutet Anwendung der österreichischen Datenschutzgesetze – für deutsche Unternehmen oft vertrauter als US-Recht oder Rechtssystem mit US-Unternehmenssitz.

Datenschutz-Features:

  • Server-Side Consent Enforcement: Consent-Entscheidungen werden serverseitig durchgesetzt. Selbst wenn ein Client-Side Consent-Tool fehlerhaft konfiguriert ist, stellt JENTIS sicher, dass nur mit Einwilligung Daten gesendet werden.
  • Pseudonymisierung direkt im JENTIS Core: IP-Adressen werden gekürzt, User-IDs können pseudonymisiert werden – alles direkt in der Plattform konfigurierbar.
  • EU-Hosting ohne US-Datenfluss (außer explizit gewünscht): Daten verlassen die EU nicht, es sei denn, Sie konfigurieren explizit eine Weiterleitung an US-Drittanbieter.
  • DPA/AV-Vertrag mit österreichischem Recht: Der Auftragsverarbeitungsvertrag basiert auf österreichischem Recht und bietet damit zusätzliche Rechtssicherheit.
  • ISO 27001 zertifiziert: Die Zertifizierung bestätigt hohe Sicherheitsstandards für den Umgang mit sensiblen Daten.

Deal-Breaker Vorteil: Bei Rechtsstreitigkeiten oder Behördenanfragen gelten EU-Rechtsstandards – kein Cloud Act, keine US-Subpoena-Risiken. Für Unternehmen, die bereits Datenschutz-Audits durchlaufen haben oder regelmäßigen Compliance-Checks unterliegen, ist dies ein entscheidender Faktor.

Stape: DSGVO-kompatibel, aber mit Eigenverantwortung

Stape bietet EU-Hosting an und unterstützt DSGVO-konforme Setups. Die Verantwortung für korrekte Implementierung liegt jedoch vollständig beim Nutzer.

Was Sie selbst sicherstellen müssen:

  • Consent-Management korrekt implementieren: Stape bietet keine integrierte Consent-Management-Lösung. Sie müssen ein separates Tool (z.B. Cookiebot, Usercentrics) einbinden und die Consent-Signale an den sGTM weiterleiten.
  • Datenminimierung im sGTM konfigurieren: Welche Daten an welche Tags gesendet werden, legen Sie in der sGTM-Konfiguration fest. Es gibt keine automatische Filterung.
  • AV-Vertrag abschließen: Stape bietet Auftragsverarbeitungsverträge an – diese müssen jedoch aktiv angefordert und unterzeichnet werden.
  • Server-Location korrekt wählen: Bei der Einrichtung wählen Sie die Server-Region. Für DSGVO-Compliance ist die EU-Region zwingend erforderlich.

Deal-Breaker Nachteil: Keine automatische DSGVO-Garantie – Ihre Konfiguration bestimmt die Compliance. Bei Fehlkonfigurationen können personenbezogene Daten ungewollt in Drittländer fließen.


Preise und Kostenstruktur: Was Sie wirklich bezahlen

JENTIS: Premium-Preissegment

JENTIS veröffentlicht keine öffentlichen Preise. Basierend auf Markterfahrung und Kundenfeedback liegen die realistischen Kosten in diesem Bereich:

  • Einrichtung: 5.000€ – 15.000€ (abhängig von Projektgröße, Komplexität und Partner)
  • Monatliche Lizenz: 500€ – 2.000€+/Monat (abhängig von Event-Volumen und Features)
  • Onboarding & Support: Oft separate Kosten für Premium-Support-Pakete

Versteckte Kosten:

  • Custom-Implementierungen: Standard-Integrationen sind inklusive, aber komplexe Custom-Setups werden separat abgerechnet.
  • Zusätzliche Integrationspartner: Die meisten Implementierungen erfordern externe Partner – deren Kosten sind nicht in der JENTIS-Lizenz enthalten.
  • Schulungen: Für interne Teams werden oft zusätzliche Schulungen empfohlen oder erforderlich.
  • Wartung und Updates: Bei größeren Changes an Ihrer Website können Anpassungen an der JENTIS-Konfiguration notwendig werden.

Stape: Transparent und günstig

Stape bietet klare, öffentliche Preisstruktur:

  • Starter: ~40€/Monat (begrenzte Events, ein Server)
  • Pro: ~90€/Monat (höheres Event-Limit, mehrere Server)
  • Enterprise: Custom Pricing für große Volumina
  • Einrichtung: Keine separate Einrichtungsgebühr – Sie zahlen nur die Monatsgebühr

Versteckte Kosten:

  • Cloud-Kosten bei eigenem Setup: Wenn Sie Stape auf eigener Infrastruktur (AWS/GCP) betreiben, kommen Cloud-Kosten hinzu.
  • Externe Beratung bei komplexen Integrationen: Ohne internes GTM-Know-how benötigen Sie externe Unterstützung (~2.000-5.000€ für ein Standard-Setup).
  • GTM-Expertise im Team: Die Personalkosten für GTM-erfahrene Mitarbeiter sollten eingerechnet werden.

Ehrlicher Kostenvergleich über ein Jahr

UnternehmensgrößeJENTIS (Jahr 1)Stape (Jahr 1)Anmerkung
Klein (< 100k Events/Monat)Nicht wirtschaftlich~500-1.000€Stape Starter ausreichend
Mittel (100k-1M Events)~15.000-30.000€~1.000-2.000€Stape Pro + optionale Beratung
Enterprise (> 1M Events)30.000€+5.000€+ + Cloud-KostenIndividuelle Kalkulation nötig

Wichtig: Der reine Preisvergleich greift zu kurz. Bei JENTIS zahlen Sie für Rechtssicherheit, Support und reduzierten internen Aufwand. Bei Stape zahlen Sie weniger, übernehmen aber mehr Verantwortung.


Implementierungsaufwand: Zeit bis zum Go-Live

JENTIS: 4-12 Wochen realistisch

Typischer Timeline:

  • Woche 1-2: Kick-off, Requirements-Workshop, Data Layer Design, Datenschutz-Review
  • Woche 3-6: Technische Implementierung, Tag-Setup, erste Tests
  • Woche 7-10: Consent-Integration, QA-Testing, Performance-Optimierung
  • Woche 11-12: Go-Live, Fine-Tuning, Dokumentation, Team-Schulung

Ressourcenbedarf:

  • 1 Technical Lead (25-50% Auslastung über den Projektzeitraum)
  • 1 Marketing/Analytics Verantwortlicher für Requirements und Testing
  • Externer JENTIS Partner (in den meisten Fällen empfohlen oder erforderlich)
  • Datenschutzbeauftragter für Review der Konfiguration

Typische Verzögerungsursachen:

  • Komplexe Consent-Integration mit bestehenden Systemen
  • Unzureichende Data Layer-Dokumentation der Website
  • Abstimmung mit mehreren internen Stakeholdern
  • Wartezeit auf Partner-Ressourcen

Stape: 1-4 Wochen realistisch

Typischer Timeline:

  • Tag 1-3: Account-Setup, Server-Erstellung, sGTM-Container-Konfiguration
  • Tag 4-7: Tag-Implementation (GA4, Meta CAPI, etc.), erstes Testing
  • Woche 2-3: Consent-Integration, erweitertes Testing, QA
  • Woche 4: Go-Live, Monitoring, Fine-Tuning

Ressourcenbedarf:

  • 1 GTM-kundiger Mitarbeiter (50% Auslastung für 2-4 Wochen)
  • Optional: Externer Berater für komplexe Setups oder bei fehlendem internem Know-how

Typische Verzögerungsursachen:

  • Unerwartete Data Layer-Probleme auf der Website
  • Komplexe Consent-Management-Integration
  • Fehlende Dokumentation vorhandener Tracking-Setups
  • Wartezeit auf Freigaben von Drittanbietern (Meta Business Verification, etc.)

Limitationen und Nachteile beider Anbieter

JENTIS: Was Anbieter selten erwähnen

Vendor Lock-in: Die proprietäre Architektur bedeutet Abhängigkeit von JENTIS. Ein Wechsel zu einer anderen Lösung erfordert vollständiges Re-Engineering Ihres Tracking-Setups – migrationsfreundlich ist die Plattform nicht konzipiert.

Lernkurve für neue Workflows: Marketing-Teams, die an GTM gewöhnt sind, müssen sich in die JENTIS-Oberfläche einarbeiten. Die „Virtual Tags“ sind intuitiv, aber anders als gewohnt.

Preis für kleine Unternehmen: Unter 500.000 Events monatlich und ohne strikte Compliance-Anforderungen ist JENTIS wirtschaftlich schwer zu rechtfertigen. Der Break-even liegt typischerweise bei Unternehmen mit ernsthaften Ad-Spend-Budgets oder regulatorischen Anforderungen.

Kein Self-Service: Sie können JENTIS nicht einfach testen und selbst einrichten. Der Vertriebsprozess ist notwendig, was die Entscheidungsphase verlängert.

Stape: Was Sie beachten müssen

Kein deutscher Support: Der gesamte Support läuft auf Englisch über Discord, E-Mail und Dokumentation. Bei kritischen Issues in europäischen Zeitzonen kann die Reaktionszeit variieren.

Eigenverantwortung für Compliance: Stape stellt die Infrastruktur – die rechtliche Verantwortung für DSGVO-Konformität bleibt komplett bei Ihnen. Es gibt keine rechtliche Beratung oder Garantien.

Begrenzte Enterprise-Features: Für komplexe Use Cases wie Multi-Tenant-Setups, erweiterte Data-Enrichment-Funktionen oder CDP-Integrationen ist Stape weniger geeignet als spezialisierte Enterprise-Plattformen.

Abhängigkeit von Google-Ökosystem: Da Stape auf sGTM basiert, sind Sie von Googles Roadmap und möglichen Änderungen abhängig. Bei grundlegenden Änderungen an sGTM müssen Sie Ihre Setups eventuell anpassen.


Entscheidungsrahmen: 5 Fragen zur richtigen Wahl

Bevor Sie sich entscheiden, beantworten Sie diese Fragen ehrlich:

1. Wie streng sind Ihre Compliance-Anforderungen?
Bei regulatorischen Vorgaben (FinMa, GDPR-Audits, Behördenauflagen) gewinnt JENTIS durch Rechtssicherheit und Dokumentation. Bei „normalem“ DSGVO-Bedarf reicht Stape mit korrekter Konfiguration.

2. Welches GTM-Know-how ist intern verfügbar?
Ohne GTM-Erfahrung wird Stape zur Herausforderung – externe Beratung erforderlich. JENTIS bietet mehr Hand-holding, kostet aber mehr.

3. Wie hoch ist Ihr monatliches Event-Volumen?
Unter 100.000 Events: Stape ist wirtschaftlicher. Über 1 Million Events: Beide Optionen sind wirtschaftlich – Entscheidung nach anderen Kriterien.

4. Wie wichtig ist deutschsprachiger Support?
Bei kritischen Tracking-Infrastrukturen kann deutschsprachiger Enterprise-Support (JENTIS) beruhigen. Bei technisch versierten Teams reicht Community-Support (Stape).

5. Planen Sie komplexe Data-Use-Cases?
Wenn Sie Tracking-Daten für CDP, Personalization oder ML nutzen wollen, bietet JENTIS mit der Data Ownership Platform mehr Möglichkeiten. Stape ist auf reines Tracking fokussiert.


FAQ

Was ist Server Side Tracking?

Server Side Tracking (SST) ist eine Methode der Web-Analyse, bei der Tracking-Daten nicht direkt vom Browser des Nutzers an Analyse-Tools gesendet werden, sondern über einen zwischengeschalteten Server laufen. Dieser Server empfängt die Daten von Ihrer Website, verarbeitet sie nach Ihren Regeln und leitet sie dann an Tools wie Google Analytics, Meta — wie auch beim Server Side Tag Management Pixel oder andere Weiter – mehr dazu in unseren FAQ.

Für wen ist Server Side Tracking relevant?

Server Side Tracking ist relevant für Unternehmen mit signifikantem Datenverlust durch Ad-Blocker (10-30% sind typisch), solche mit hohen Werbeausgaben, die auf präzise Conversion-Attribution angewiesen sind, und Organisationen mit strengen Datenschutzanforderungen. Besonders betroffen sind E-Commerce-Unternehmen, SaaS-Anbieter und Publisher mit internationalem Traffic und Safari-Nutzeranteilen.

Für wen lohnt sich Server Side Tracking?

Kurz gesagt: sST lohnt sich wirtschaftlich, wenn die Kosten für verlorene Tracking-Daten höher sind als die Implementierungskosten. Bei monatlichen Ad-Spend-Budgets über 10.000€ oder bei kritischen Compliance-Anforderungen überwiegen die Vorteile meist die Kosten. Kleine Unternehmen mit geringem Traffic und Budget sollten priorisieren und erst bei Skalierung investieren.

Ist die Zukunft wirklich Cookie-los?

Die Zukunft ist nicht vollständig Cookie-los, aber Third-Party-Cookies verlieren rapide an Bedeutung. Chrome hat die Abschaffung von Third-Party-Cookies verschoben, Safari und Firefox blockieren sie bereits. First-Party-Daten werden zum wichtigsten Asset – Server Side Tracking hilft dabei, diese Daten zuverlässig zu erfassen und kontrolliert zu nutzen.

Welche Architektur ist für Ihr Unternehmen die richtige?

Die Wahl der Architektur hängt von Ihren Prioritäten ab: Bei maximaler Rechtssicherheit und DSGVO-Fokus wählen Sie JENTIS. Bei Kosteneffizienz und bestehendem GTM-Know-how wählen Sie Stape. Beides sind valide Optionen – die „richtige“ Wahl hängt von Ihrem konkreten Business-Kontext ab.


Fazit und nächste Schritte

Für DSGVO-kritische Unternehmen: Wenn Sie in stark regulierten Branchen tätig sind, österreichisches Recht bevorzugen und Budget für eine Enterprise-Lösung haben, ist JENTIS die sicherere Wahl. Die höheren Kosten amortisieren sich durch reduziertes Compliance-Risiko und entlastete interne Ressourcen.

Für GTM-versierte Teams mit Budget-Fokus: Wenn Sie technisch affin sind, Ihre Datenschutzanforderungen mit Standard-Maßnahmen erfüllbar sind und Sie eine kosteneffiziente Lösung suchen, ist Stape die bessere Wahl. Die Flexibilität und niedrigen Eintrittskosten machen es ideal für wachsende Unternehmen.

Ihre nächsten Schritte:

Entscheidend ist die ehrliche Bewertung Ihrer Situation. Unternehmen mit stark regulierten Datenschutzanforderungen profitieren von JENTIS‘ Enterprise-Ansatz, während — wie auch beim Server Side Tag Management GTM-versierte Teams mit Stape schneller und kosteneffizienter ans Ziel kommen. Beide Lösungswege sind valibel – die Wahl hängt von Ihren Prioritäten ab. Details zur Server-Side-Architektur finden Sie in der Google Tag Manager Server-Side Dokumentation und auf der Stape-Dokumentation.


Häufig gestellte Fragen

Was kostet JENTIS im Vergleich zu Stape?

JENTIS startet bei ca. 500-800 €/Monat für kleine Setups und steigt je nach Traffic und Features auf 2.000 €+ für Enterprise-Lösungen. Stape beginnt bei ca. 20-40 €/Monat für kleine Container. Der Preisunterschied reflektiert den unterschiedlichen Leistungsumfang: JENTIS bietet DSGVO-Compliance out-of-the-box, Stape erfordert mehr Eigenverantwortung.

Kann ich von Stape zu JENTIS migrieren?

Ja, technisch ist die Migration möglich. Sie exportieren Ihre Tag-Konfigurationen und richten diese in JENTIS neu ein. Der Aufwand beträgt typischerweise 2-5 Tage, je nach Komplexität des Setups. JENTIS bietet Support bei der Migration an.

Welche Plattformen unterstützt Stape?

Stape unterstützt über 40 Integrationen darunter Google Analytics 4, Google Ads, Meta Conversions API, TikTok Events API, Pinterest Tag, LinkedIn Insight Tag, Klaviyo und viele mehr. Neue Integrationen werden regelmäßig hinzugefügt.

Ist JENTIS für kleine Unternehmen geeignet?

JENTIS ist primär für mittelständische und Enterprise-Unternehmen konzipiert. Für kleine Unternehmen mit begrenztem Budget und weniger strengen Compliance-Anforderungen ist Stape meist die wirtschaftlichere Wahl. JENTIS lohnt sich ab einem gewissen Compliance- und Governance-Bedarf.

Wo werden die Daten bei JENTIS und Stape verarbeitet?

JENTIS verarbeitet Daten auf österreichischen Servern und unterliegt österreichischem Datenschutzrecht (strenger als die deutsche DSGVO-Umsetzung). Stape nutzt Google Cloud Run mit Wahl des Standorts – typischerweise EU-Server. Beide Lösungen bieten damit DSGVO-konforme Datenverarbeitung, JENTIS mit zusätzlicher Rechtsicherheit.


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